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Donnerstag, 6. März 2014

Ludwik Fleck: Denkstil und Denkkollektiv

"Können Tatsachen denn entstehen und sich entwickeln, sind sie nicht einfach in der Welt und warten nur darauf, entdeckt zu werden?
Genau das bestreitet Fleck, und er tut dies auf Basis konkreter historischer Fälle der Entstehung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Fleck zeigt, dass Erkennen nicht nur eine Beziehung zwischen dem erkennenden Wissenschaftler und dem zu erkennenden Objekt ist, sondern dass zum Erkennen immer ein bestimmter Wissensbestand des Denkkollektives gehört, dessen Teil der Wissenschaftler ist. So kann überhaupt nicht einfach sagen, dass eine Erkenntnis wahr oder falsch ist, sie ist dies immer in Beziehung auf so einen Wissensbestand. „Erkennen heißt also vorerst, bei gewissen gegebenen Voraussetzungen die Zwangsläufigkeit der Ergebnisse feststellen.“ Diese Voraussetzungen sind das, was der Denkstil des Denkkollektives als selbstverständlich ansieht, „was als objektive Wirklichkeit empfunden wird.“"  
Jörg Friedrich in http://kulturblogs.de/artefakten/2011/08/11/ludwik-fleck-denkstil-und-denkkollektiv/

Bild:
Ari Versluis & Ellie Uyttenbroek
http://exactitudes.com


Photographer Ari Versluis and profiler Ellie Uyttenbroek have worked together since October 1994. Inspired by a shared interest in the striking dress codes of various social groups, they have systematically documented numerous identities over the last 19 years. Rotterdam’s heterogeneous, multicultural street scene remains a major source of inspiration for Ari Versluis and Ellie Uyttenbroek, although since 1998 they have also worked in many cities abroad.

They call their series Exactitudes: a contraction of exact and attitude. By registering their subjects in an identical framework, with similar poses and a strictly observed dress code, Versluis and Uyttenbroek provide an almost scientific, anthropological record of people’s attempts to distinguish themselves from others by assuming a group identity. The apparent contradiction between individuality and uniformity is, however, taken to such extremes in their arresting objective-looking photographic viewpoint and stylistic analysis that the artistic aspect clearly dominates the purely documentary element.