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Donnerstag, 24. April 2014

Thomae, Aesthetische Freiheit


ÄSTHETIK - ÖKONOMIE
PRODUKTION/Kreativität  -  REZEPTION/ästhetische Erfahrung

Richard Florida, Creative Class
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreative_Klasse 

Charles Landry, The Creative City
http://en.wikipedia.org/wiki/Creative_city

Reckwitz - Ästhetisierungsgesellschaft: Strukturen, Dissonanzen, Alternativen

Grundstruktur des Kreativitätsdispositivs
Regime des Neuen  +  Verknüpfung des Ästhetischen mit dem Ethos der Produktion
-> Umfeld des Marktes, des KOnsums

getrieben von innerer Kraft  +  äusserer Kraft

= Planung, Institutionalisierung und Materialisierung: Erbauung der CREATIV CITIES (Politische und gesellschaftliche Verortung der Kunst / Musik durch den Begriff: Kreativitätswirtschaft

bürgerliche Moderne, organisierte Moderne

Kreativitätsdispositivs sind aus Gefühlsmangel entstanden.


Das neue Regime der Originalität
Wir müssen kreativ sein
Der Künstler ist zum Rollenmodell der Spätmoderne geworden: Nichts wäre absurder, als heute unkreativ sein zu wollen. Doch der Zwang zur Originalität überfordert viele.

"Seit den siebziger Jahren hat die Zahl der Angehörigen der kreativen Berufe im weitesten Sinne – von den Medien bis zum Tourismus, vom Design bis zur Softwareentwicklung – deutlich zugenommen.

Chiapello - Evolution und Kooption

"Es gibt mehr Freiheiten in der Arbeit"
Die Pariser Betriebswirtin und Soziologin Ève Chiapello hat den neuen Geist des Kapitalismus untersucht. Die neue Managementphilosophie macht mehr Selbstverwirklichung in der Arbeit möglich - und das Leben härter.
Interview taz.de 12.10.2006


Freitag, 28. März 2014

Christoph Henning

Gespräch mit Christoph Henning in Sternstunde Philosophie vom 19.02.2012, 11:00 Uhr Der Marx-Kenner Christoph Henning im Gespräch mit Barbara Bleisch
Seit der Finanzkrise haben Karl Marx‘ Lehren wieder Konjunktur, doch was können wir heute noch von ihm lernen? In einer weiteren Folge der Reihe ‚Klassiker reloaded’ fragt Barbara Bleisch den Marx-Forscher nach den tatsächlichen Kernanliegen des Philosophen, und worauf sich heutige Kommunisten und Sozialisten berufen.



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Kreativität als Beruf: Soziologie und Philosophie des Arbeitslebens in bildender Kunst und Design
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Arbeit ist das halbe Leben
Schultheis Vogel Gemperle
Biographische Zeugnisse aus einer Arbeitswelt im Umbruch

Freitag, 21. März 2014

Richard Sennett – Handwerk

Richard Sennett (* 1. Januar 1943 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Soziologe. Der Sohn russischer Einwanderer lehrt Soziologie und Geschichte an der New York University und der London School of Economics and Political Science. Seine Hauptforschungsgebiete sind Städte, Arbeit und Kultursoziologie. Sennett ist verheiratet mit der Stadtsoziologin Saskia Sassen.

Sennett wurde als Theoretiker und Historiker des städtischen Lebens bekannt. Seine Hauptthemen sind die Vereinzelung, Orientierungslosigkeit und Ohnmacht moderner Individuen, die Oberflächlichkeit und Instabilität zwischenmenschlicher Beziehungen sowie die Ausübung von Herrschaft. Vor allem in seinen Frühwerken bleibt er Chicago, der Stadt seiner Kindheit, und den in ihr gemachten Erfahrungen stark verhaftet. Die hohe Aktualität seiner Themen und sein eingängiger, essayistischer Stil ließen seine Bücher zu Bestsellern avancieren.

In seinem Werk Handwerk (2008) fordert er, in Abgrenzung zu den Arbeitsbedingungen des Finanzkapitalismus den Eigenwert der individuellen Arbeit wieder herzustellen und die Arbeitsumstände für die Menschen so zu gestalten, dass sie danach streben, ihre Tätigkeit möglichst gut zu verrichten. quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Sennett
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Wissenschaft als Handwerk
Stephan Lorenz
Review Essay:
Richard Sennett (2008). Handwerk. Berlin: Berlin Verlag; 432 Seiten; ISBN: 978-3827000330; 

Zusammenfassung: Richard SENNETT entwirft auf Basis kulturhistorischer Rekonstruktionen in "Handwerk" eine Alternative zu den von ihm in früheren Arbeiten kritisierten Flexibilisierungen des "neuen Kapitalismus". Dazu untersucht er am Vorbild des Handwerks Kriterien und Bedingungen guter Arbeit, wobei sein Arbeitsbegriff sehr weit gefasst ist und letztlich auf (Techniken der) Lebensführung ganz allgemein zielt. Der Essay legt als Ausgangspunkt dieser Alternative SENNETTs Anliegen dar, Hand- und Kopfarbeit als ungetrennt zu konzeptualisieren, führt die wesentlichen Varianten und Merkmale des Handwerks aus und diskutiert das exemplarisch bezogen auf Möglichkeiten guter wissenschaftlicher Arbeit; so werden deren Bedingungen im Allgemeinen thematisiert und einige Fragen zu den sogenannten Forschungswerkstätten im Besonderen aufgeworfen. SENNETTs Überlegungen erweisen sich dabei als äußerst anregend, lassen aber auch Fragen offen, die abschließend zusammengetragen werden: zur Differenzierung des Handwerks, zum Arbeitsbegriff, zur gesellschaftlichen Durchsetzungsfähigkeit alternativer Praktiken und zum Verhältnis von Prozess und Ergebnis/Nützlichkeit.
 
Inhaltsverzeichnis
1. Handwerk, Arbeit, Wissenschaft
2. SENNETTs Anliegen
3. Varianten und Merkmale handwerklichen Arbeitens
4. Die Forschungs-Werkstatt
5. Zu Bedingungen guter wissenschaftlicher Arbeit
6. Offene Fragen

Quelle: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/1456/2958

Freitag, 14. März 2014

Lady Gaga - "Fuck you Pop Music"

Lady Gaga featuring Millie Brown (Vomit Painter). 2014



// Puke on Gaga // by Millie Brown
Collaboration with Nick Knight, Ruth Hogben & Lady Gaga

Diedrich Diederichsen - Über Popmusik (2014)

Die Musik wird Fleisch
Was machen eigentlich Popstars, wenn sie auf der Bühne stehen? Singen, klar. Wem diese Antwort zu einfach ist, für den hat der grosse deutsche Poptheoretiker Diedrich Diederichsen ein Buch geschrieben.
Quelle: Christoph Fellman in Tages Anzeiger

"[...] Was diese fast 500 Seiten lesenswert machen, sind gewichtige Passagen, in denen er zum Kern der Popmusik vorstösst. Seine Erklärungen, warum Pop in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur bestimmenden kulturellen Kraft werden konnte, sind so originell wie sorgfältig argumentiert. So führt er als kleinste Einheit der Popmusik nicht den Song ein, den Riff oder den Beat. Sondern die Pose. «Alle Erfindungen der Popmusik sind um Posen herum gebaut, was für ein fiktiver Mensch einer oder eine sein könnte.» Aus diesen körperlichen, filmischen, modischen und auch musikalischen Versatzstücken baut der Popmusiker seine Performance. Aber: «Eine Pose taugt nur etwas, wenn ihre Fiktion gewissermassen echt ist. (. . .) Echt heisst, dass andere Leute dieses Artefakt leben können.»
Posen anprobieren
Der Popstar performt also Lebensentwürfe, über die nur jeder einzelne Fan sagen könnte, ob er sie für möglich oder authentisch hält. Das macht diese Musik zu einer andeutungsreichen Kunst der Möglichkeiten. Sinnvoll wird sie erst durch ihren Widerhall im gesellschaftlichen und politischen Leben. Und im Zimmer des Teenagers: Dort werden die Posen konsumiert und die Identitäten anprobiert, dort üben die Heranwachsenden vor dem Spiegel ihren baldigen Aufbruch in immer neuen, vielversprechenden Varianten. Der Star selber bleibt dabei im Hintergrund, ein, so Diederichsen, «Fremder als Vertrauter».
Das macht sein Auftauchen auf der Bühne umso aufregender: Der Geist steigt aus der Kulisse, die er auf allen medialen Kanälen aufgezogen hat, und seine Posen materialisieren sich in einem schreienden Körper. Es ist diese Fleischwerdung, die auf Anhieb kaum zu glauben ist: So kann man tatsächlich leben! Überhaupt hat Pop, wie Diederichsen ausführt, im Kunstkonsum die Dosis erhöht. Die bürgerliche Ära habe sich noch gegen zu hohe Intensitäten abgesichert: Wo sich ein Künstler ausdrückte, kam seine Kunst als Buch oder Gemälde zum Publikum. Wo aber ein leibhaftiger Performer, also ein Schauspieler oder Schlagersänger, auf der Bühne stand, war klar, dass er nur eine Rolle spielte. Popmusiker hingegen legen zwischen ihren Posen authentische Spuren und lassen durchscheinen, dass sie in eigener Sache auf der Bühne stehen. Bloss, wo diese Sache beginnt und endet, das bleibt unklar. [...] " (zum Artikel)

Diedrich Diederichsen. Über Pop-Musik. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014
http://www.kiwi-verlag.de/buch/ueber-pop-musik/978-3-462-04532-1/
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 ‘Certain songs, certain artists, certain music at a certain point in your life, they let you know you’re not alone.’
Growing From Song to Spectacle - Cyndi Lauper and David Byrne Discuss Creating Hits, On and Off Broadway

Reckwitz - Die Erfindung der Kreativität, Die Genese des Starsystems

Die Genese des Starsystems: Die massenmediale Konstruktion expressiver Individualität

Das massenmediale Aufmerksamkeitsregime
Reckwitz sieht das Starsystem in einer historischen Linie mit Enstehung des Künstler-Ideals.
-> Berühmtheiten (über Herkunft begründet)
-> Künstler (über Leistung, Werk)
-> Stars ("totale Persönlichkeit", Alltäglichkeit + Ausseralltäglichkeit, öffentlich und privat)
(Andere These als Adorno, Horkheimer: Starsystem als Merkmal von Massenkultur)

Modell der Kreativität in der Gesellschaft
Das kreative Subjekt = kreative Kompetenz  +  Repräsentation

STAR
 = 
Werk-Star  +  Persönlichkeits-Star  +  Performance-Star
-> produziert ständig Neues
-> immer mehr
-> wird über längere Zeit etabliert
-> wird zum "symbolischen Marker"

René Pollesch - Fahrende Frauen

"Das Publikum ist schon da und die Schauspieler streiken. Drei Übriggebliebene versuchen ein Theaterstück auf die Beine zu stellen, etwas wie „Unsere kleine Stadt“, fragen sich aber: „Wieso müssen w i r denn jetzt ran?“ – „Na, weil Kreativität nunmal von jedem erwartet wird. Dagegen kannst du nichts tun. Früher hätten wir dann wenigstens eine Rolle spielen können, aber jetzt müssen wir wir selbst sein. Jetzt betrifft es alle. Zieh das an!“
Kreativität ist das beherrschende Thema in „Fahrende Frauen“, der neuen Diskurskomödie von René Pollesch" Quelle: schauspielhaus.ch

"Kreativität, Selbstverwirklichung, Eigenverantwortung. An diesem Abend sind das kapitalistische Begriffe. Mit Opernguckern lässt Pollesch seine drei Schauspieler beobachten, wie ihre Kreativität in Echtzeit ins Publikum sickert und von diesem bald als Schlüsselqualifikation auf dem Arbeitsmarkt verscherbelt werden wird. Die schicke neue Polizeiuniform? Geht zurück auf das erste Tröpfchen Farbe auf der Leinwand von Jackson Pollock. Die Kreativität ist die neue Gier, und: "Was für eine Sklaverei, diese Eigenverantwortung!"
Ja, es gibt sie also auch hier wieder, diese Pollesch'schen Merk- oder Sprengsätze, die auch dem Theater selber an die Grundfeste gehen. Als Franz Beil, Carolin Conrad, Lilith Stangenberg auf der Bühne verzweifelt nach "Schauspielern" rufen, drückt man ihnen die Bewerbungen einer Kosmetikfachfrau und eines Elektrotechnikers in die Hand. Das sind noch Berufe mit klar umrissenen Rollen, aber das hilft in diesem Fall auch nicht weiter, denn gerade die Schausteller müssen heutzutage ja "sich selber" sein und sich aus sich selbst heraus verausgaben. Kein Wunder, dass die drei verfügbaren Exemplare durch Selbstaufblähung längst viel zu groß sind für die pittoresken Gebäudchen lokaler Zürcher Provenienz, die ihnen Bert Neumann auf die Bühne gestellt hat. "Unsere kleine Stadt" (von Thornton Wilder) hätte gespielt werden sollen, aber da passen die Schauspieler ganz offensichtlich nicht mehr hinein. Hey, das ist hier schließlich keine Provinzbühne!"
 Quelle: Christoph Fellmann in nachtkritik.de,

Sonntag, 9. März 2014

"Eine Arbeitswelt inszenieren, in der sich Sklaverei wie Freiheit anfühlt"

Interview von Reinhard Jellen mit Berthold Seliger
Heise.de, 09.03.2014

Berthold Seliger über Popkultur und "Kreativwirtschaft" als Gentrifizierung

"Mit seinem Buch Das Geschäft mit der Musik - Ein Insiderbericht hat der Tourneeveranstalter Berthold Seliger eine umfassende und grundlegende Abrechnung mit dem Musikbusiness vorgelegt. Er nimmt den Leser mit hinter die Kulissen des Kulturbetriebes und zeigt, wie die Musik von einigen wenigen Multis degradiert wird und gleichzeitig als "Staatspop" zum ideologischen Instrument in einer durchökonomisierten Gesellschaft degeneriert."
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41080/1.html

Freitag, 7. März 2014

Joseph Schumpeter - Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, 1911

Im Gegensatz zum wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream, der sich vorwiegend mit Marktgleichgewichten beschäftigte, sah Schumpeter kapitalistische Märkte prinzipiell im Ungleichgewicht und ähnlich wie Marx, dessen wissenschaftliche Leistung Schumpeter zeitlebens hoch schätzte, erklärte er die Dynamik der kapitalistischen Entwicklung aus sich selbst heraus.

Oft aufgegriffen und zitiert wird das Kernstück des Buches, die Beschreibung des Wesens und der Bedeutung unternehmerischer Innovation als Durchsetzung neuer Kombinationen von Produktionsfaktoren. Die Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Dynamik spielen die Pionierunternehmer, die permanent nach neuen Kombinationen suchen und diese - auch gegen Widerstände - umsetzen („dynamischer Unternehmer“).

Reckwitz - Ökonomisches Management & Creative Industries

Monkey Helpers
"We are a non-profit organization that helps adults with spinal cord injuries and other mobility impairments live more independent and engaged lives. We do this by providing them, free of charge, with a unique service animal: a highly trained capuchin monkey to help with their daily tasks. The only organization of our kind, we raise and train these special service animals, carefully match them with appropriate recipients across the nation, and provide active support and care for the duration of each placement." http://www.monkeyhelpers.org
 

Freitag, 28. Februar 2014

Das Ende der Moderne








Andreas Reckwitz - Ästhetik und künstlerische Praxis

Pollock Painting (1951)
by Hans Namuth


Es geht mehr um den Prozess, als um das Werk.
Wende von der traditionellen Kunst: Performance, Installation, Entwicklung neuer Medien.

Einstiges Publikum wird selber zum Kunstschaffenden.

Entgrenzung:
- Surrealismus
- Produkte des Zufalls
- neue Kreativitätstechniken/-methoden: innerpsychisch, intersubjektiv, interobjektiv

Ästhetische Überraschung, das besondere Abweichen, früher nur Künstleravantgarde, hin zu jedem, der Überraschung schaffen kann. Jeder ist KünstlerIn.

Funktion der Kunst vorher: Menschen mündig machen, Kompensationsfunktion für das Irrationale, Nicht-Verständliche.

Künstler ist genauso wichtig wie die Kunst, bis 1988/89. Danach Umwälzung, das kreative Selbst wird umgekehrt.



Paul Watzlawick - Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

"Dass wir die Welt nicht einfach vorfinden, sondern unsere Welten erfinden, ist einer der Grundgedanken des radikalen Konstruktivismus. Prof. Dr. Paul Watzlawick, Philosoph und Psychotherapeut, bringt uns diese Sichtweise in seinem Vortrag auf wirklich unterhaltsame Weise
näher.
Ausstrahlung des Deutschlandradios (Radio Kultur) eines Anfang der 90er von Paul Watzlawick gehaltenen Vortrags."

Karen van den Berg - Kreativität. Drei Absagen der Kunst an ihren erweiterten Begriff

"Die Figur des Künstlers gilt als Inbegriff des Kreativsubjekts. Inspiration, Origi-
nalität und eruptiv schöpferisches, selbst bestimmtes Arbeiten sind die Klischees,
aus denen (die zumeist männlichen) Künstlerbilder gemacht sind. Wie kommt es
aber, dass innerhalb des Kunstfeldes gegenwärtig ein eher distanziertes Verhältnis
zum Kreativitätsbegriff gepflegt wird? Der folgende Beitrag geht der Frage nach,
welche Rolle die heute (insbesondere in der Arbeitswelt) nahezu allgegenwärtige
Verpflichtung auf Kreativität für die aktuelle künstlerische Praxis spielt. Entlang
von künstlerischen, kunsttheoretischen und kunstsoziologischen Argumentations-
linien wird nachvollzogen, warum die Akteure des Kunstfeldes – entgegen ver-
breiteter Annahmen – sich selbst nicht als erste Adresse für kursierende Kreativi-
tätsbegriffe sehen und warum das zu einer Art Imperativ multioptionaler Gesell-
schaften gewordene Label „kreativ“ (vgl. Luhmann 1998; Bröckling 2004;
Reckwitz 2008) von Künstler/innen und Kunsttheoretiker/innen beinahe reflex-
artig abgelehnt wird. Drei Gründe werden erörtert, weshalb das heutige Kunstfeld
zum Kreativitätspostulat auf Distanz geht. So kann der Kreativitätsbegriff von
seiner Rückseite aus betrachtet eine spezifische Kontur gewinnen."

http://www.zu.de/deutsch/forschung_forschungsprojekte/volltexte/vandenberg/07_Kreativitaet_in_Rationalitaet_der_Kreativitaet_2009_207-224.pdf

in: Stephan A. Jansen / Eckhard Schröter / Nico Stehr (Hrsg.): Rationalität
der Kreativität? Multidisziplinäre Beiträge zur Analyse der Produktion,
Organisation und Bildung von Kreativität , Wiesbaden, VS Verlag, 2009:
S. 207-224.

Carsten von Wissel - Wissenschaftliche Kreativität

"Kreativität ist so etwas wie ein Leitwort unserer Zeit geworden, in ihrem Namen werden jetzt Ressourcen aufgewandt, um in der Zukunft Erträge zu realisieren. Dabei ist der Begriff alles andere als klar definiert. Ein Minimalkonsens lässt sich entlang der Wendung, kreativ sei etwas, was Originalität und Wert, Neuheit und Anschlussfähigkeit in sich vereine, finden. Diese Definition lässt jedoch genug Raum dafür, dass sich Entstehungs- und Anwendungskontexte in den Begriff einschreiben können. Das Ergebnis ist ein erhebliches Bedeutungsschillern.
Der Text untersucht dieses Schillern, indem er Herkunftskonstellationen nachgeht, den Entwicklungspfad des Begriffes beginnend bei seinen theologischen Anfängen über die Philosophie, die Psychologie, die Soziologie sowie die Hirnforschung und die Pädagogik ausleuchtet. Anschließend werden die begriffsprägenden Handlungsfelder Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in den Blick genommen. Ziel ist es, Anhaltspunkte dafür zu gewinnen, wie Kreativität in organisationalen wissenschaftlichen Kontexten realisiert werden kann."

http://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_251.pdf

Dienstag, 25. Februar 2014

Andreas Reckwitz - DU MUSST KREATIV SEIN WOLLEN


Andreas Reckwitz, Die Erfindung der Kreativität, 2012

21.2.2014, Einleitung
DU MUSST KREATIV SEIN WOLLEN

Konstituierendes Kriterium für die Gesellschaft heute.
Wunsch/Zwang zur Kreativität

möchte/muss kreativ sein
Individualisierte Triebkraft, im 'möchten' steckt das 'müssen'

Individualisierung als Machttechnik (Foucault)

Ich erfinde nicht nur etwas, um eine Lösung zu finden, sondern damit ich der Erfinder bin.
Selbsterschaffung / self creation (Richard Rorty)

Kreativität ist nicht ein Begriff, sondern ein Diskurs.

Friedrich Kittler,  Innovation in der Kunst

Die Informationsbombe, Paul Virilio und Friedrich Kittler im Gespraech

Creativity as a strategy of survival