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Donnerstag, 6. März 2014

Ludwik Fleck: Denkstil und Denkkollektiv

"Können Tatsachen denn entstehen und sich entwickeln, sind sie nicht einfach in der Welt und warten nur darauf, entdeckt zu werden?
Genau das bestreitet Fleck, und er tut dies auf Basis konkreter historischer Fälle der Entstehung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Fleck zeigt, dass Erkennen nicht nur eine Beziehung zwischen dem erkennenden Wissenschaftler und dem zu erkennenden Objekt ist, sondern dass zum Erkennen immer ein bestimmter Wissensbestand des Denkkollektives gehört, dessen Teil der Wissenschaftler ist. So kann überhaupt nicht einfach sagen, dass eine Erkenntnis wahr oder falsch ist, sie ist dies immer in Beziehung auf so einen Wissensbestand. „Erkennen heißt also vorerst, bei gewissen gegebenen Voraussetzungen die Zwangsläufigkeit der Ergebnisse feststellen.“ Diese Voraussetzungen sind das, was der Denkstil des Denkkollektives als selbstverständlich ansieht, „was als objektive Wirklichkeit empfunden wird.“"  
Jörg Friedrich in http://kulturblogs.de/artefakten/2011/08/11/ludwik-fleck-denkstil-und-denkkollektiv/

Bild:
Ari Versluis & Ellie Uyttenbroek
http://exactitudes.com

Donnerstag, 27. Februar 2014

Ludwik Fleck - Denkkollektiv und Denkstil

Text: Ludwik Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Suhrkamp 1980
Weitere Bemerkungen über das Denkkollektiv

Fleck verband wissenschaftliches und philosophisches Denken, einzelwissenschaftliche Analyse und allgemeine Wissenschaftstheorie. Er entwickelte in seinem Hauptwerk Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache die Begriffe Denkstil und Denkkollektiv. Der Begriff des Denkstils wurde in der Wissenschaftstheorie von Thomas Kuhn in Form des Paradigmas wieder aufgegriffen. Die Idee, die Fleck mit dem Konzept des Denkkollektivs verband, findet sich in Kuhns Konzeption der Normalwissenschaft.