"Können Tatsachen denn entstehen und sich entwickeln, sind sie nicht
einfach in der Welt und warten nur darauf, entdeckt zu werden?
Genau das bestreitet Fleck, und er tut dies auf Basis konkreter historischer Fälle der Entstehung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Fleck zeigt, dass Erkennen nicht nur eine Beziehung zwischen dem erkennenden Wissenschaftler und dem zu erkennenden Objekt ist, sondern dass zum Erkennen immer ein bestimmter Wissensbestand des Denkkollektives gehört, dessen Teil der Wissenschaftler ist. So kann überhaupt nicht einfach sagen, dass eine Erkenntnis wahr oder falsch ist, sie ist dies immer in Beziehung auf so einen Wissensbestand. „Erkennen heißt also vorerst, bei gewissen gegebenen Voraussetzungen die Zwangsläufigkeit der Ergebnisse feststellen.“ Diese Voraussetzungen sind das, was der Denkstil des Denkkollektives als selbstverständlich ansieht, „was als objektive Wirklichkeit empfunden wird.“"
http://kulturblogs.de/artefakten/2011/08/11/ludwik-fleck-denkstil-und-denkkollektiv/
Bild:
Ari Versluis & Ellie Uyttenbroek
http://exactitudes.com